Förder-News · 6. August 2026
Jung kauft Alt 2026: Mehr KfW-Kredit für Familien und energetische Sanierung
Seit 3. August können berechtigte Familien für den Kauf einer sanierungsbedürftigen Immobilie bis zu 180.000 Euro KfW-Kredit erhalten. Wir erklären, was gefördert wird und welche Rolle PV, Heizung und Dämmung spielen.
Das KfW-Programm 308 „Jung kauft Alt“ wurde zum 3. August 2026 deutlich erweitert. Es hilft Familien und Alleinerziehenden mit kleineren oder mittleren Einkommen beim Kauf einer älteren Immobilie, die anschließend energetisch saniert wird. Wichtig: Das ist ein zinsverbilligter Kredit für den Immobilienkauf und kein pauschaler Zuschuss für Photovoltaik.
Das Wichtigste in Kürze
- Der maximale Kredit steigt abhängig von der Kinderzahl auf 140.000 bis 180.000 Euro.
- Gefördert wird der Kaufpreis einschließlich Grundstückskosten einer selbstgenutzten Bestandsimmobilie.
- Das Gebäude muss bei Antragstellung die Energieeffizienzklasse F, G oder H haben.
- Die energetische Sanierung muss grundsätzlich innerhalb von 54 Monaten nach der KfW-Zusage abgeschlossen werden.
- Neu ist, dass neben einer Effizienzhaus-Sanierung auch ein festgelegtes Paket aus Einzelmaßnahmen möglich ist.
- PV kann Teil des Energiekonzepts sein, wird durch „Jung kauft Alt“ aber nicht automatisch bezuschusst.
Wie hoch ist der neue KfW-Kredit?
| Minderjährige Kinder im Haushalt | Maximaler Kredit seit 03.08.2026 |
|---|---|
| 1 Kind | 140.000 € |
| 2 Kinder | 160.000 € |
| 3 oder mehr Kinder | 180.000 € |
Die KfW nannte zum Start beispielhaft 0,53 Prozent effektiven Jahreszins bei 35 Jahren Laufzeit und zehn Jahren Zinsbindung. Förderzinsen ändern sich jedoch laufend. Maßgeblich ist der Zinssatz am Tag der KfW-Zusage, nicht ein Wert aus einem Onlineartikel.
Wer kann „Jung kauft Alt“ beantragen?
Das Programm richtet sich an Privatpersonen, die erstmals selbstgenutztes Wohneigentum erwerben. Mindestens ein minderjähriges Kind muss im Haushalt leben. Das zu versteuernde jährliche Haushaltseinkommen darf bei einem Kind höchstens 90.000 Euro betragen; für jedes weitere Kind steigt die Grenze um 10.000 Euro.
Die Immobilie muss in Deutschland liegen und laut gültigem Energiebedarfs- oder Energieverbrauchsausweis in Klasse F, G oder H eingestuft sein. Der Antrag läuft vor dem Kaufvertrag über einen Finanzierungspartner wie Bank, Sparkasse oder Finanzvermittler. Ein bereits unterschriebener Kaufvertrag kann die Förderung ausschließen.
Welche Sanierung ist innerhalb von 54 Monaten nötig?
Nach der Förderzusage bleibt grundsätzlich eine Frist von 54 Monaten. Für neue Anträge nennt die KfW zwei Wege:
1. Sanierung zum Effizienzhaus
Möglich bleibt eine systemische Sanierung zum Effizienzhaus 85 EE oder Effizienzhaus Denkmal EE. Dafür ist ein Energieeffizienz-Experte erforderlich, der Planung, Nachweise und Bestätigung begleitet.
2. Vorgegebenes Paket aus Einzelmaßnahmen
Alternativ kann die Sanierung über mehrere verpflichtende Einzelmaßnahmen erfolgen. Dazu gehören in der Regel Fenstertausch, Fassadendämmung, Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke und ein Heizungstausch. Beim neuen Heizsystem müssen mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien erreicht werden; erfüllt das Gebäude diese Vorgabe bereits, kann der Heizungstausch entfallen.
Was bedeutet das für PV und Wärmepumpe?
Photovoltaik reduziert später die Stromkosten und kann Wärmepumpe, Speicher und Wallbox sinnvoll ergänzen. Der Kredit 308 finanziert aber zunächst den Kaufpreis der Immobilie. PV wird dadurch nicht automatisch zu einer förderfähigen Sanierungsausgabe.
Für die eigentliche Sanierung kommen je nach Vorhaben andere Programme hinzu, etwa KfW 261 für die Effizienzhaussanierung, KfW 458 für eine förderfähige Heizung oder BAFA-Förderung für bestimmte Einzelmaßnahmen. Eine PV-Anlage kann separat finanziert werden, zum Beispiel über KfW 270 oder unsere Partnerfinanzierung. Kombinationen und Kostenabgrenzung müssen vor Antragstellung sauber geprüft werden.
So würden wir das Projekt vorbereiten
- Energieausweis und Gebäudezustand prüfen.
- Verbrauch, Dach, Heizung und elektrische Anlage gemeinsam aufnehmen.
- Sanierungsfahrplan mit Energieeffizienz-Experten abstimmen.
- PV, Speicher, Wärmepumpe und Wallbox technisch aufeinander auslegen.
- Förderanträge und Finanzierung vor bindenden Verträgen klären.
Fazit
Die höheren Kreditbeträge machen den Kauf eines sanierungsbedürftigen Hauses für mehr Familien planbar. Entscheidend ist aber nicht nur der Kaufpreis: Die anschließende Sanierung braucht einen realistischen Zeitplan, fachliche Nachweise und ein Budget für Gebäudehülle, Heizung und Elektrik. Wer PV und Wärmepumpe von Anfang an gemeinsam plant, vermeidet spätere Doppelarbeiten.
Hauskauf, Sanierung und PV gemeinsam denken
Du planst den Kauf eines älteren Hauses in der Eifel-Mosel-Hunsrück-Region? Wir prüfen elektrische Anlage, Dach, PV, Speicher, Wallbox und zukünftige Heiztechnik als Gesamtsystem und stimmen uns bei Bedarf mit deinem Energieeffizienz-Experten ab.
Stand: 6. August 2026. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechts-, Steuer-, Finanzierungs- oder Förderberatung.


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